Grazer Blut für Reininghaus-„Hauptschlagader“

Gestaltungswettbewerb gewannen zwei heimische Büros

Präsentation des Siegerentwurfs der Reininghaus-ÖV-Achse: v. l. Stadtplanungsamtsvorstand DI Bernhard Inninger, Stadtbaudirektor DI Mag. Bertram Werle, Stadtrat DI Dr. Gerhard Rüsch, DI Hans-Jörg Raderbauer (freiland) und DI Karl-Heinz Boiger (Hohensinn Architektur) mit ihren MitarbeiterInnen am Siegerprojekt. (Foto: Stadt Graz/Fischer) 

Präsentation des Siegerentwurfs der Reininghaus-ÖV-Achse: v. l. Stadtplanungsamtsvorstand DI Bernhard Inninger, Stadtbaudirektor DI Mag. Bertram Werle, Stadtrat DI Dr. Gerhard Rüsch, DI Hans-Jörg Raderbauer (freiland) und DI Karl-Heinz Boiger (Hohensinn Architektur) mit ihren MitarbeiterInnen am Siegerprojekt. (Foto: Stadt Graz/Fischer)Präsentation des Siegerentwurfs der Reininghaus-ÖV-Achse: v. l. Stadtplanungsamtsvorstand DI Bernhard Inninger, Stadtbaudirektor DI Mag. Bertram Werle, Stadtrat DI Dr. Gerhard Rüsch, DI Hans-Jörg Raderbauer (freiland) und DI Karl-Heinz Boiger (Hohensinn Architektur) mit ihren MitarbeiterInnen am Siegerprojekt. (Foto: Stadt Graz/Fischer)
Die zentrale Achse für den Öffentlichen Verkehr und vielfältige Nutzungen als „Lebens-Raum“ wird nach Grazer Ideen verwirklicht: Der EU-weit ausgeschriebene Gestaltungswettbewerb wurde „Beute“ zweier heimischer Büros.


Sie soll den Öffentlichen Verkehr des größten Stadtentwicklungsgebiets in Graz – vorerst Busse, später die Straßenbahn – aufnehmen und gleichzeitig Lebensraum zum Wohlfühlen und eine Identifikation für die künftigen BewohnerInnen bieten: Die Rede ist von jener rund 800 Meter langen Achse, die das Reininghaus-Areal von der Reininghausstraße im Norden bis zur Wetzelsdorfer Straße im Süden durchziehen wird. Zur qualitativ hochwertigen Gestaltung dieser „Hauptschlagader von Reininghaus“, die laut Zeitplan bis zum Jahr 2019 verwirklicht werden soll, hatte die Stadt Graz zu einem EU-weit ausgelobten Wettbewerb geladen – und durfte sich jetzt über einen „Heimsieg“ freuen: Das Konzept „Das laufende Band“, ein Gemeinschaftsprodukt des Landschaftsarchitekturbüros freiland und des Architekturbüros Hohensinn, überzeugte das international zusammengesetzte Preisgericht. Vor allem die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten, mit denen man auf unvorhergesehene Entwicklungen im Reininghaus-Areal stets gebührend reagieren kann, führten zu dem klaren Grazer Erfolg.

Rüsch: „Viele Vorleistungen der Stadt“

So könnte sich die zentrale ÖV-Achse durch Reininghaus in einigen Jahren präsentieren. (Rendering freiland Consulting + Architektur Hohensinn) 

So könnte sich die zentrale ÖV-Achse durch Reininghaus in einigen Jahren präsentieren. (Rendering freiland Consulting + Architektur Hohensinn)So könnte sich die zentrale ÖV-Achse durch Reininghaus in einigen Jahren präsentieren. (Rendering freiland Consulting + Architektur Hohensinn)

Bei der Präsentation des Siegerprojekts erinnerte Stadtrat DI Dr. Gerhard Rüsch in Vertretung von Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl heute Mittag an umfangreichen Vorarbeiten, die seitens der Stadt für eine optimale Gestaltung des größten Grazer Stadtentwicklungsgebiets bereits geleistet wurden: „Wir haben das Stadtentwicklungskonzept und Widmungen angepasst, Finanzierungen beschlossen und in guter Kooperation mit privaten Bauträgern die Weichen gestellt, um die strategisch wichtige Entwicklung von Reininghaus auf Schiene zu bringen. Die zentrale ÖV-Achse, für die jetzt der Wettbewerb entschieden wurde, bildet das Rückgrat der Esplanade und soll der künftigen Bevölkerung des Stadtteils einen zeitgemäßen öffentlichen Raum im verbauten Gebiet zur Verfügung stellen!“ Der Siegerentwurf biete alle Voraussetzungen dafür, dass es zu einem guten Miteinander bei der gemischten Nutzung für Verkehr und andere Interessen komme.

Werle: „Hauptschlagader von Reininghaus“

Stadtbaudirektor DI Mag. Bertram Werle bezeichnete die zentrale ÖV-Achse als „Hauptschlagader von Reininghaus“, für eine optimale Nutzung des öffentlichen Raums sei die Aufenthaltsqualität entscheidend. Die Entwicklungen, die das Siegerprojekt aus Graz zulässt, entsprechen laut Werle dem vom Gemeinderat beschlossenen Reininghaus-Rahmenplan, der die fachliche Vorgabe für alle weiteren Schritte bildet. Dass jetzt, zehn Jahre nach Beginn der Planungen, die Umsetzung der ersten Bauvorhaben im Stadtteil Reininghaus bereits begonnen habe, sei im internationalen Vergleich für ein Projekt dieser Größe beachtenswert.

Inninger: „Neuland beschritten“

Für Stadtplanungsamtsvorstand DI Bernhard Inninger beschritt die Stadt Graz bei der Auslobung des Wettbewerbs Neuland: „Wir haben die Gestaltung eines Freiraums ausgeschrieben, ohne überhaupt den Großteil der umgebenden Gebäude zu kennen. Wir wissen sogar, dass sich der Raum rund um diese zentrale ÖV-Achse in den kommenden Jahren immer wieder stark verändern wird. Daher hat dieses Konzept gewonnen, das darauf immer die passenden Antworten liefert!“ Das sei auch die klare Meinung der international besetzten Jury gewesen. Inninger kündigte weitere Wettbewerbe für die Gestaltung des zentralen Parks und einiger Plätze im Areal an.

Wettbewerbssieger: „Komplexe Aufgabe“

Erläuterten ihr erfolgreiches Konzept: DI Hans-Jörg Raderbauer von freiland (links) und DI Karl-Heinz Boiger von Hohensinn Architektur. (Foto: Stadt Graz/Fischer) 

Erläuterten ihr erfolgreiches Konzept: DI Hans-Jörg Raderbauer von freiland (links) und DI Karl-Heinz Boiger von Hohensinn Architektur. (Foto: Stadt Graz/Fischer)Erläuterten ihr erfolgreiches Konzept: DI Hans-Jörg Raderbauer von freiland (links) und DI Karl-Heinz Boiger von Hohensinn Architektur. (Foto: Stadt Graz/Fischer)
Groß war die Freude über den „Heimsieg“ bei den beiden Grazer Büros, die unter den insgesamt 15 Vorschlägen das Top-Projekt abgeliefert hatten. Geschäftsführer DI Hans-Jörg Raderbauer vom Landschaftsarchitekturbüro freiland betonte die bewährte Zusammenarbeit zwischen seinem Team und jenem des Architekturbüros Hohensinn, die zu dem Erfolg geführt hätten. Auch Raderbauer und DI Karl-Heinz Boiger vom Büro Hohensinn unterstrichen die Komplexität der Aufgabe angesichts der Tatsache, dass man ein multifunktionales Band durch einen Stadtteil entwerfen musste, dessen Bebauung noch gar nicht vorherzusehen sei. Klar sei nur, dass das Konzept auf dicht bebautes Gebet ebenso reagieren müsse wie auf Grünbereiche und Mischzonen. „Ob Beschattungen, Bäume, Haltestellen, Licht, Möblierungen, ein Café oder andere Funktionen: Unser Entwurf namens ,Das laufende Band‘ lässt unterschiedlichste Funktionen bei größtmöglicher Qualität zu“, erläuterte Raderbauer – und Boiger ergänzte: „Auch eine unverkennbare Dachkonstruktion, die im ganzen Areal immer wieder auftauchen soll, sorgt für Identifikation. Es soll nach Möglichkeit aus Holz bestehen und auch Fotovoltaik bieten, um beispielsweise E-Bikes aufladen zu können!“
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